wer bin ich?
Di 03.11. bis So 08.11.26
Reise zum eigenen Wesen
Eine Forschungsreise zur unmittelbaren Erfahrung des eigenen Wesens. Geleitet von Wolfgang Sechser und Judith Goldblat
Di 03.11. 18:00 Uhr bis So 08.11.26 16:00 Uhr
Seminarhaus Schloss Tempelhof,
Tempelhof 3, 74594 Kreßberg


Inhalt
Wer bin ich, bevor ich weiß, wer ich bin?
Wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens damit, eine Vorstellung von uns selbst aufzubauen. Dazu gehören unsere Beziehungen und unser Beruf, Erfolge und Niederlagen, Verletzungen und Sehnsüchte, unser Körper und unsere Überzeugungen. Aus all dem entsteht im Laufe der Jahre ein immer dichteres Bild von dem, was wir „Ich“ nennen.
Dieses Bild gibt Orientierung und unserem Leben Kontinuität. Gleichzeitig kann eine tiefere Frage auftauchen: Wer bin ich hinter all dem? Was bleibt, wenn die vertrauten Erklärungen über mich für einen Augenblick ihre Selbstverständlichkeit verlieren? Was ist da, bevor ich mich beschreibe, bevor ich mich einordne, bevor ein Gedanke fragt: „Das bin ich?“
Die Frage „Wer bin ich?“ begleitet mystische und philosophische Wege seit Jahrtausenden. Wir arbeiten dabei mit der von Charles Berner entwickelten Methode des Enlightenment Intensive, einer Verbindung von kontemplativer Selbsterforschung und Dyadenarbeit. Über mehrere Tage bekommt diese Frage unsere ganze Aufmerksamkeit. Wiederholung und Konzentration können aus der zunächst gedanklichen Frage einen Erfahrungsraum werden lassen.
Die Frage fällt in dich hinein
Im Zentrum steht die Begegnung zweier Menschen. In einer Dyade sitzt dir ein Partner gegenüber, schaut dich an und gibt dir die Aufforderung: „Sag mir, wer du bist.“ Die Partner wechseln. So begegnet dir dieselbe Frage aus unterschiedlichen Gegenübern immer wieder neu.
Die Frage trifft auf Körper, Gefühle und Denken. Ein Impuls taucht auf: eine Spannung im Bauch, Weite in der Brust, eine Erinnerung, Widerstand, Leere oder ein Gedanke. Mit möglichst ungeteilter Aufmerksamkeit gehst du in diesen Impuls hinein. Die schnelle Erklärung darf ruhen. Für einen Moment bleibst du bei der körperlichen, emotionalen oder gedanklichen Bewegung und lässt sie sich zeigen. Was aus dieser Vertiefung auftaucht, teilst du deinem Gegenüber mit. Der Zuhörende bleibt präsent, kommentiert und deutet nicht. Danach wechseln die Rollen.
Darin liegt die doppelte Kontemplation: Zuerst nimmst du wahr, was die Frage unmittelbar in dir auslöst. Dann richtest du deine ganze Aufmerksamkeit auf genau diesen Impuls und gehst tiefer, bevor du ihn in Sprache verwandelst. Körper, Emotion und Gedanke werden auf diese Weise zum Tor in die unmittelbare Erfahrung.


Drei Tage nach innen – zwei Tage Integration
Die ersten drei vollen Tage gehören ganz dieser Forschung. Außerhalb der angeleiteten Übungen wird nicht gesprochen. Während der drei Klausurtage gibt es keine private Kontaktaufnahme innerhalb der Gruppe und keinen Kontakt nach außen. Handy, Telefon, Internet, Nachrichten, berufliche Kommunikation und soziale Medien ruhen vollständig. Dyaden, Geh- und Arbeitsmeditation, Körper- und Atemübungen, Mahlzeiten und Ruhephasen geben dem Tag einen klaren Rhythmus.
Wenn äußere Ablenkung weitgehend wegfällt und die Aufmerksamkeit immer wieder zu derselben Frage zurückkehrt, können vertraute Selbstbeschreibungen ihre Festigkeit verlieren. Erinnerungen, Gefühle, Widerstände und Phasen des Nichtwissens gehören dazu. Es können Stille, Klarheit, Verbundenheit oder eine sehr schlichte Erfahrung auftauchen, in der etwas bisher Übersehenes plötzlich vollkommen wahr wird. Solche Erfahrungen lassen sich nicht herstellen und nicht versprechen.
Das Enlightenment Intensive gibt keine Lehre darüber vor, was der Mensch in seinem Wesen ist. Christliche, buddhistische, mystische oder philosophische Deutungen bleiben während dieser Tage im Hintergrund. Maßgeblich ist die eigene Erfahrung: Was ist jetzt wahr? Was zeigt sich, wenn die vertrauten Antworten ruhiger werden?


Von der Erfahrung zurück ins Leben
Am Samstag verändert sich der Rhythmus. Längere Atem- und Meditationsarbeit, Körperwahrnehmung, Natur, Stille und gemeinsamer Austausch geben dem Erlebten Zeit, sich zu setzen. Samstag und Sonntag gehören der Integration.
Dieser Schritt ist uns wesentlich. Eine tiefe Erfahrung kann das gewohnte Selbstverständnis weit öffnen. Kurz darauf beginnt der Geist oft schon wieder, daraus eine Geschichte zu machen. Deshalb interessiert uns, was später im Leben davon wirksam wird: mehr Mitgefühl und Verantwortlichkeit, ein klareres Gespür für das Wesentliche, größere Offenheit in Beziehungen oder die Erinnerung daran, dass die vertraute Konstruktion unseres Ichs nur einen Teil unseres Seins umfasst.
Was diese fünf Tage ermöglichen können
Fünf Tage in einem solchen Rahmen verlangen Zeit und Aufmerksamkeit. Dafür entsteht ein selten dichter Raum, in dem automatische Reaktionen und vertraute Selbstbilder deutlicher wahrnehmbar werden können. Körperliche, emotionale und gedankliche Impulse lassen sich früher erkennen, bevor sie bereits zu einer fertigen Geschichte über mich geworden sind.
Daraus kann mehr Freiheit entstehen: im Umgang mit mir selbst, in Beziehungen und in Entscheidungen. Manche Menschen erfahren Stille, Klarheit oder tiefe Verbundenheit. Andere entdecken etwas sehr Einfaches, das ihr Selbstverständnis verändert. Eine unmittelbare Erfahrung des eigenen Wesens kann zu einer inneren Referenz werden, zu der ich später im Alltag wieder Kontakt finde. Was tatsächlich geschieht, bleibt offen. Genau darin liegt die Forschung.
Für wen ist dieser Prozess?
Eingeladen sind Menschen, die sich selbst tiefer begegnen und das eigene Wesen unmittelbar erfahren möchten. Vorerfahrung in Meditation oder spiritueller Praxis kann hilfreich sein, ist jedoch keine Voraussetzung. Wesentlich ist die Bereitschaft, sich mehrere Tage auf den Prozess einzulassen und auch durch Widerstand, Müdigkeit, starke Gefühle oder Nichtwissen hindurchzugehen.
Der Prozess setzt ausreichende psychische und emotionale Stabilität voraus. Bei laufender psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung oder nach einer kürzlich erlebten schweren psychischen Krise bitten wir vor der Anmeldung um ein persönliches Gespräch.
Der Weg durch die fünf Tage
• Dienstagabend: Ankommen, Einführung in die Methode und erste Dyade
• Mittwoch bis Freitag: drei volle Tage Enlightenment Intensive mit Dyaden, Schweigen, Geh- und Arbeitsmeditation, Körper- und Atemarbeit
• Samstag und Sonntag: Integration, vertiefende Atem- und Meditationsarbeit, Natur, Stille und gemeinsamer Austausch


- Wolfgang Sechser
Philosoph, Unternehmer und Mitgründer der Gemeinschaft Schloss Tempelhof. Seit über 25 Jahren beschäftigt er sich mit Meditation, Mystik, intensiver Selbsterforschung und gemeinschaftlichen Entwicklungsprozessen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Frage, wie spirituelle Erfahrung im konkreten Leben, in Beziehung und Verantwortung wirksam werden kann.
> Wenn die Grenzen des Ichs durchlässig werden - Antwort auf die mystische Grenzerfahrung einer Teilnehmerin


- Judith Goldblat
Mitinitiatorin der Gemeinschaft Schloss Tempelhof und seit vielen Jahren Begleiterin intensiver persönlicher und gemeinschaftlicher Prozesse. Ihre Arbeit verbindet Meditation, Dyadenarbeit, WIR-Prozesse, Forum, Gemeinschaftsberatung und persönliche Begleitung.
Begleitung
Schloss Tempelhof – ein Ort für Rückzug und Erfahrung
Das Enlightenment Intensive findet in der Zukunftswerkstatt Schloss Tempelhof statt, eingebettet in die Landschaft Hohenlohes. Für die drei Tage der Klausur entsteht innerhalb dieses lebendigen Ortes ein geschützter Raum der Konzentration. Am Ende öffnen sich die Türen wieder – und mit ihnen die Frage, wie das Erfahrene seinen Weg zurück in das eigene Leben findet.
Termin & Teilnahmebeitrag
Beginn: Dienstag, 3. November, 18:00 Uhr
Ende: Sonntag, 8. November, ca. 16:00 Uhr
Seminarhaus Schloss Tempelhof · Tempelhof 3 · 74594 Kreßberg
Die Teilnahme ist nur am gesamten Seminar möglich.
Der Beitrag erfolgt nach Selbsteinschätzung entsprechend den eigenen finanziellen Möglichkeiten. Die Verpflegung von Dienstagabend bis Freitagabend ist bereits im Richtpreis enthalten. Die Übernachtungen während des gesamten Aufenthalts werden separat über das Seminarhaus Schloss Tempelhof bezahlt. Die Verpflegung von Samstagmorgen bis einschließlich Sonntagmittag wird ebenfalls separat über das Seminarhaus bezahlt. Ermäßigungen sind nach Absprache möglich.
Richtwert
490€
Anmeldung
Bitte überweisen sie ihren selbstgewählten Teilnehmerbeitrag auf folgendes Konto:
Lebensschule
grund stiftung am Tempelhof
IBAN: DE56 4306 0967 8207 9751 04
Verwendungszweck:
Wer bin ich 2026 + Name
Wenn das Geld auf dem Konto eingegangen ist, erhalten sie eine Anmeldebestätigung von uns per E-Mail
Mit meiner Anmeldung erkläre ich mich mit Folgendem einverstanden:
Übernachtung
Die Übernachtung ist separat beim Seminarhaus zu buchen.
Rücktritt
Der Rücktritt muss schriftlich erfolgen. Bei Rücktritt bis 21 Tage vor Kursbeginn berechnen wir eine Bearbeitungsgebühr von 10% der gebuchten Leistungen (mindestens 25 Euro). Bis 7 Tage vor Kursbeginn werden 50% der gebuchten Leistungen fällig. In der letzten Woche vor Kursbeginn oder bei no show wird die komplette Kursgebühr einbehalten.
Eigenverantwortung
Ich bestätige, dass ich psychisch und emotional stabil bin. Dass ich keine Psychopharmaka einnehme oder bis vor kurzem eingenommen habe, und dass ich für mein Wohlbefinden im Training selbst verantwortlich bin.
Vielleicht beginnt die Frage schon jetzt
Du liest diese Seite zu Ende und gehst danach vielleicht einfach weiter in deinen Alltag. Oder du bleibst für einen Augenblick still und lässt dir die Frage stellen: Wer bist du? Lass sie einen Moment in dich hineinfallen. Spüre, was sie berührt, bevor du nach einer Erklärung suchst. Genau dort kann die Forschung bereits beginnen.
Gemeinnütziger Bildungsauftrag
Dieses Seminar ist ein gemeinnütziges Bildungsangebot der grund-stiftung (§ 52 AO).
Persönlichkeitsbildung & Selbstreflexion: Vermittlung strukturierter Kontemplations- und Introspektionstechniken (u. a. Dyaden-Arbeit) zur Förderung von Selbsterkenntnis, emotionaler Stabilität und innerer Klarheit.
Kommunikations- & Beziehungskompetenz: Schulung von wertfreiem Zuhören, Präsenz und Projektionsabbau im Gegenüber zur Stärkung der Dialog-, Konflikt- und Empathiefähigkeit im gesellschaftlichen Miteinander.
Transfer in die Alltags- & Gemeinschaftspraxis: Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf ein eigenverantwortliches, achtsames und gemeinwohlorientiertes Handeln in Alltag, Beruf und Gemeinschaft.
Noch Fragen?
Dann melde dich gerne bei
Judith Goldblat
0157-35794863
Lebensschule
grund-stiftung am Schloss Tempelhof
Tempelhof 3, 74594 Kreßberg
info@lebensschule.life
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